Sie wollen abnehmen durch essen?
Dann finden Sie Ihren eigenen Essrhythmus

Zu oft bekommen Menschen, die abnehmen wollen, einfache, pauschale Anweisungen. Iss dreimal am Tag, lass kein Frühstück ausfallen, fünfmal am Tag kleine Mahlzeiten, kein Fett ...

Wir Menschen sind aber alle vollkommen einzigartig in unseren Anlagen und Bedürfnissen.

Für das Abnehmen durch essen ist es deshalb wichtig, dass Sie Ihren eigenen Esstyp und Essrhythmus herausfinden. Und dann genau so essen, wie es für Sie richtig ist.

Schauen wir uns mal ein paar Typen an ...


Unterschiedliche Menschen – unterschiedliche Bedürfnisse

In der Erfahrungsheilkunde ist schon lange bekannt, dass es unterschiedliche Konstitutionstypen gibt. Unterschiedlich, was Körperbau, Stoffwechsel und Bedürfnisse angeht.

Nach Kretschmer gibt es :

  • Pykniker: mittelgross, gedrungener Körperbau, Neigung zu Fettansatz, Brustkorb unten breiter als oben, kurzer Hals und breites Gesicht. Temperament behäbig, gemütlich, gutherzig, gesellig, heiter, lebhaft bis hitzig oder auch still und weich.

  • Athletiker: kräftiger Körperbau, breite Schultern, oben breiter Brustkorb. Temperament im Allgemeinen heiter, forsch und aktiv.

  • Astheniker / Leptosome: mager, zart, eng- und flachbrüstig, mit dünnen Armen und Beinen, körperlich und geistig empfindlich, kompliziert, sprunghaft.

  • Dysplastiker: Kleinere Körperbauvarianten, von den (oben beschriebenen) drei verbreitetsten Körperbauformen abweichend.


Sheldon beschreibt die Typen:


  • Ektomorph: Neigung zur Schlankheit (auch leptosom)
  • Mesomorph: Neigung zu Muskulosität (auch metromorph)
  • Endomorph: Neigung zu Adipositas (auch pyknomorph)


Oder die alten Griechen, die vier Temperamente beschrieben haben:

  • Sanguiniker: lebhaft, beweglich, optimistisch, leichtblütig
  • Phlegmatiker: schwerfällig, behäbig, bequem, gemütlich, langsam
  • Choleriker: leidenschaftlich, aufbrausend, jähzornig, unbeherrscht
  • Melancholiker: schwermütig, trübsinnig, pessimistisch, gleichgültig

(Quelle der 3 obigen Listen: Wikipedia)

Praktisch jede Erfahrungsheilkunde beschreibt verschiedene Konstitutions- oder Energietypen.

Einige andere Autoren behaupten mehr oder weniger, Pykniker müssten damit leben, (leicht) übergewichtig zu sein. Einfach aufgrund ihres Körperbaus.

Ich sehe das anders ...


Muss ein Pykniker immer dick bleiben?

Ich finde, das muss man etwas differenzierter sehen.

So eine Aussage beruht oft auf der Annahme, dass es ein Idealgewicht gibt. Dass ein Mensch mit bestimmtem Alter und bestimmter Grösse auch ein bestimmtes Gewicht haben muss.

Wie Sie zum Beispiel hier lesen können, glaube ich das nicht.

Ja, ein pyknischer Mensch wird immer eher stämmig und robust erscheinen. Das muss aber nicht heissen, dass der gleiche Mensch auch übergewichtig ist. Es gibt auch schlanke Pykniker.

Die sehen dann aber trotzdem nicht aus wie Kate Moss.

Ein schlanker Pykniker wird also wahrscheinlich trotzdem eher breiter und runder aussehen. Deshalb ist es absolut schädlich für so einen Menschen, einem Hunger-Model nachzustreben. Denn das wird nie funktionieren.

Das ist wie Don Quichotte, der gegen Windmühlen kämpft.

Ihren Knochenbau können Sie auch mit der krassesten Diät nicht verändern.

Und der nächste Abschnitt ist wahrscheinlich noch wichtiger ...


Typenlehre hin oder her: Sie sind einzigartig

Deshalb ist es besser, dass Sie nur auf sich selbst schauen, wenn Sie durch essen abnehmen wollen. Lesen Sie (noch einmal), was ich über das Wohlfühlgewicht geschrieben habe.

Wie gesagt, in der Erfahrungsheilkunde wird dieses Wissen über die verschiedenen Konstitutionstypen schon lange genutzt, um Therapien genau auf den Patienten zuschneiden zu können.

Auch die chinesische Heilkunde kennt verschiedene Typen, die alle etwas anderes brauchen.

Homöopathen zum Beispiel führen vor der Therapie ein ausführliches Gespräch, in welchem sie die unterschiedlichsten individuellen Eigenschaften abfragen. Das machen sie, um ein genau passendes Medikament herausfinden zu können. Dabei wird die vollkommene Einzigartigkeit des Menschen berücksichtigt.

Meiner Erfahrung nach stimmt das auch für das Essen oder Abnehmen.


Dreimal am Tag? Mein sicherer Weg zum Übergewicht

Ich gebe Ihnen mal ein Beispiel von mir. Und ich weiss, es gibt noch viele andere Menschen, die vom Typ her ähnlich sind. Oder ganz anders.

Mir reicht im Grunde eine Mahlzeit am Tag. Diese Mahlzeit ist dann aber (enorm) reichlich und reichhaltig. Sie enthält praktisch alles, was am Essen Spass macht (Fett, Kohlenhydrate, Eiweiss, und viel davon).

Dazwischen gibt es vielleicht noch einen Snack. Aber sonst reicht mir das für 20 Stunden oder länger.

Wenn ich das missachte, zum Beispiel an Seminaren, dann gehe ich auf wie ein Hefeteig. Wirklich, ich kann dann in einer Woche 3–5 Kilo zunehmen. Schrecklich.

An Seminaren gibt es dreimal am Tag Essen. Und da ist es auch schön, mit Kollegen zusammenzusitzen und zu plaudern beim Essen. Die Missachtung meines Ernährungstyps führt dabei aber zu sehr schneller Gewichtszunahme.

Wenn mir also ein Ernährungsberater mit fünfmal am Tag essen kommt, dann muss ich ihn leider auslachen. (Nicht boshaft, sondern eher ungläubig )

Deshalb ist es so wichtig für Sie, dass Sie sich selbst beobachten und herausfinden, was für Sie richtig ist.


Wie fühlen Sie sich am wohlsten?


Im Gegensatz zu meinem Beispiel brauchen stark leptosome Menschen meist viele kleine Mahlzeiten über den ganzen Tag verteilt. (Wenn sie nicht regelmässig essen, werden sie schlecht gelaunt oder schwach.)

Ich glaube, jeder kennt so einen Menschen, oder?

Und obwohl sie ständig essen, sind sie meistens sehr schlank (unfair, oder?).

Diese Beobachtung führt uns direkt zum nächsten Abschnitt.


Übernehmen Sie die Verantwortung für Ihr Essverhalten

Bevor Sie blindlings irgendwelchen Anweisungen folgen, schauen Sie lieber in sich selbst und in Ihrem Leben, was für Sie richtig ist.

Bedenken Sie auch, dass sich das im Laufe des Lebens ändern kann. Sie ändern sich, Ihre Lebensumstände ändern sich und folglich ändern sich auch Ihre seelischen und körperlichen Bedürfnisse.

Erforschen Sie, probieren Sie aus. Eine Mahlzeit am Tag, aber reichlich und mit allem? Zwei Mahlzeiten?

Ausprobieren, beobachten, erlauben.

Was erlauben?

Wenn Sie zum Beispiel so ein Typ sind wie ich, dann bedeutet es, sich auch zu erlauben, Fett und viel zu essen.

Und das ist mit einer Diät-Mentalität schon relativ schwer, oder?

Und das Ausprobieren und Beobachten gilt für Ihren Esstyp und Ihren Ess-Rhythmus.

Wahrscheinlich haben Sie auch schon Erfahrung damit. Wann haben Sie sich schon mal wohlgefühlt mit Ihrer eigenen Ernährung?

Wenn Sie also nach und nach immer mehr zu Ihrem eigenen Esstyp stehen und den eigenen Essrhythmus beachten, dann haben Sie einen weiteren Schritt zum Abnehmen durch Essen gemacht.

Lesen Sie auch hier und hier, was sonst noch wichtig ist, um Essen und Abnehmen in Einklang zu bringen.

Wenn Sie noch Probleme haben, sich überhaupt zu erlauben, zum Eigenen zu stehen, lesen Sie hier (Link zu entsprechender Seite mit „erlauben Eigenes“) oder melden Sie sich zu meinem Newsletter an.

Dort ist es meine Mission, Ihnen so gut wie möglich zu helfen, sich von den Diät-Zwängen zu befreien und sich damit dem Abnehmen durch Essen immer näher zu bringen.